Häufig gestellte Fragen

Zur Karte und zu Erdbeben allgemein

Die Karte und die Daten

Ist das eine Echtzeit-Erdbebenkarte?

Nein. Dies ist ein historisches Archiv von Erdbeben ab Magnitude 4,5 seit 1900, das von Zeit zu Zeit aus dem USGS-Katalog aktualisiert wird. Für Echtzeitinformationen nutze die Karte USGS Latest Earthquakes, das Euro-Mediterrane Seismologische Zentrum oder deine nationale Behörde.

Woher stammen die Daten?

Aus dem USGS Earthquake Catalog, zusammengestellt vom U.S. Geological Survey aus seismischen Netzen weltweit. Es sind gemeinfreie Daten. Siehe die Über-Seite zur Verarbeitung.

Warum beginnt die Karte bei Magnitude 4,5?

Unter Magnitude 4,5 ist der historische globale Katalog unvollständig und zu Regionen mit dichten seismischen Netzen verzerrt, sodass eine niedrigere Schwelle falsch darstellen würde, wo Erdbeben tatsächlich auftreten. Ab 4,5 ist die moderne Aufzeichnung nahezu global vollständig.

Warum gibt es vor etwa 1960 so wenige Erdbeben?

Es gab weniger und weniger empfindliche Seismometer, und riesige Gebiete — die Ozeane, die Südhalbkugel, die Antarktis — hatten fast keine Abdeckung. Nur die stärksten Erdbeben wurden erkannt und lokalisiert. Globale Vollständigkeit ab Magnitude 4,5 besteht seit etwa den 1970er-Jahren.

Warum bilden die Erdbeben schmale Linien?

Diese Linien sind die Grenzen zwischen den tektonischen Platten, wo sich fast die gesamte erdbebenverursachende Spannung konzentriert. Die vollständige Erklärung steht unter Plattentektonik und Erdbeben.

Was bedeuten die Farben und Kreisgrößen?

Die Farbe zeigt die Herdtiefe — Rot und Orange sind flach (0–70 km), Gelb mitteltief, Blau und Violett tief (150 km und mehr). Die Kreisgröße skaliert mit der Magnitude auf einer Kurve, denn die Magnitudenskala ist logarithmisch, und eine lineare Größe ließe große Erdbeben verschwindend klein erscheinen im Vergleich zum Energieunterschied, den sie darstellen.

Erdbebenwissenschaft

Was ist der Unterschied zwischen Richterskala und Momenten-Magnitude?

Die Richterskala (Lokalmagnitude) war für mittelstarke Erdbeben an einem Instrument in Südkalifornien kalibriert und unterzählt sehr große Erdbeben. Die Momenten-Magnitude basiert auf der physischen Bruchgröße und funktioniert über den gesamten Bereich. Moderne gemeldete Magnituden sind Momenten-Magnitude, auch wenn Medien sie „Richter“ nennen. Siehe Erdbeben-Magnitudenskalen.

Wie viel stärker ist eine Magnitude 7 als eine Magnitude 6?

Etwa 10-mal mehr Bodenbewegungs-Amplitude auf einem Seismographen und etwa 32-mal mehr freigesetzte Energie. Eine Magnitude 8 setzt etwa das 1.000-Fache der Energie einer Magnitude 6 frei.

Was war das stärkste je aufgezeichnete Erdbeben?

Das Erdbeben der Magnitude 9,5 nahe Valdivia, Chile, am 22. Mai 1960 — das stärkste seit Beginn instrumenteller Aufzeichnungen, laut USGS. Die Seite Stärkste Erdbeben hat die vollständige Top-20-Liste.

Warum gibt es unter etwa 700 km keine Erdbeben?

Tiefer als rund 700 km ist Mantelgestein heiß genug, um langsam zu fließen statt plötzlich zu brechen, sodass sich die für einen plötzlichen Versatz nötige elastische Spannung nicht aufbauen kann. Die tiefsten Erdbeben, im Bereich 300–700 km, ereignen sich in kalten Platten subduzierten Meeresbodens.

Kann man Erdbeben vorhersagen?

Nein. Weder der USGS noch eine andere wissenschaftliche Stelle kann Datum, Uhrzeit, Ort und Magnitude eines bestimmten künftigen Erdbebens vorhersagen, und es gibt keine verlässliche Methode. Wissenschaftler können die langfristige Wahrscheinlichkeit eines Bebens in einer Region abschätzen und nach einem großen Beben Nachbebenprognosen erstellen. Erdbeben-Frühwarnsysteme sind etwas anderes: Sie erkennen ein bereits begonnenes Beben und senden wenige Sekunden vor der Erschütterung eine Warnung.

Verhindern kleine Erdbeben große?

Nicht in nennenswertem Maße. Weil die Energieskala logarithmisch ist, bräuchte es rund 32 Erdbeben der Magnitude 6 oder etwa 1.000 der Magnitude 5, um die Energie eines einzigen Bebens der Magnitude 7 freizusetzen. Der stete Hintergrund kleiner Erdbeben mindert die Spannung, die ein großes antreibt, kaum.

Werden Erdbeben häufiger?

Die langfristige globale Rate großer Erdbeben (Magnitude 7 und darüber) ist ungefähr gleich geblieben. Zugenommen hat die Zahl der Seismometer und die Geschwindigkeit der Meldung, sodass mehr kleine Erdbeben erkannt werden und sich Nachrichten schneller verbreiten. Menschliche Aktivitäten wie die Verpressung von Abwasser haben in wenigen bestimmten Regionen die lokalen Raten erhöht.

Sicherheit

Wo bekomme ich Erdbebenwarnungen und Sicherheitsinformationen?

Für Warnungen folge deinem nationalen geologischen Dienst oder Katastrophenschutz; in den USA betreibt der USGS das Frühwarnsystem ShakeAlert an der Westküste. Für das Verhalten während einer Erschütterung lautet die Standardempfehlung Ducken, Schützen, Festhalten — siehe deine nationale Vorsorgebehörde. Diese Website ist ein Bildungsarchiv und keine Quelle für Notfallinformationen.

Quellen

  1. U.S. Geological Survey — „Can you predict earthquakes?“, „Moment magnitude, Richter scale …“, „Earthquake Facts & Statistics“, „Cool Earthquake Facts“, ShakeAlert-Programm.
  2. U.S. Geological Survey — „20 Largest Earthquakes in the World“.
  3. FEMA / Ready.gov — Leitfaden zur Erdbebenvorsorge.
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